Die Sache mit dem Feminismus

Disclaimer: Ich bin so der typische Fall von „weißer, priviligierter Mann“ und so. Nicht das es nachher heißt, ich wäre mir dessen nicht bewusst.

Aufgrund einer, doch ziemlich langen, Diskussion, welche ich heute mal wieder führen durfte, muss ich einfach mal etwas zu Personen schreiben, welche der Meinung sind, das sie den Begriff „Feminismus“ für sich gepachtet haben und selbigen als Deckmäntelchen für eine Gesinnungs- und Meinungsdiktatur verwenden.

Versteht mich nicht falsch: Ich bin der Meinung, das der Feminismus absolut wichtig und erstrebenswert ist. Leider gibt es immer noch einfach zu viele Bereiche im Leben, in denen Frauen benachteiligt werden. Und dafür muss man nicht einmal in die Ferne schweifen, sondern es ist durchaus auch in unseren Landstrichen weiterhin ein Problem. Solange Frauen aufgrund ihrer Entscheidung für Kinder unter fadenscheinigen Gründen aus der Anstellung gekündigt werden, so lange es ein Lohngefälle zwischen männlichen und weiblichen Beschäftigten gibt und so lange es immer noch „lustige“ Stammtischsprüche wie „jede Frau gehört an den Herd“ gibt, so lange muss weiterhin auch hierzulande für die Rechte von Frauen gestritten werden.

Kommen wir nun aber zu dem Punkt, an dem ich anfange, Probleme mit selbsternannten Feministen zu bekommen:

Der Feminismus stand und steht für den Kampf für die Selbstbestimmung der Frau, allerdings gibt es mittlerweile einige Personen, die der Meinung sind, dass das nicht mehr reicht: Sie sind der Meinung, das Frauen gefälligst ihrem Idelbild zu entsprechen haben. Das bedeutet im Endeffekt nichts anderes, das Frauen dann zwar nicht mehr von sexistischer Kakscheiße bestimmt werden sollen sondern einfach von anderer Kackscheiße.

Wenn eine Frau lieber Hausfrau und Mutter sein möchte, weil es sie erfüllt: Lasst sie. Es mag ja sein, das es ein „klassisches“ Rollenbild ist, aber so lange sie die Wahl hat, sich freiwillig für dieses Rollenbild zu entscheiden, so lange sie nicht von äußeren Einflüssen dazu gezwungen wurde, so lange sollte man auch als „Feminist“ diese Entscheidung akzeptieren, anstatt ihr einen Vorwurf daraus zu machen, das sie ein „überholtes Rollenbild unterstützt und damit allen anderen Frauen schadet“ [Originalzitat].

Wenn man es sich dann auch noch als Mann erdreistet, die Frau, welche in dem Thread aufs übelste angegangen wird – bis hin zu Beleidigungen – zu verteidigen, dann ist der Ofen komplett aus. Die einzige Genugtuung dabei war mir, zu sehen, das die Frau dann aus dem Fadenkreuz kam und ich, als böser böser Mann, das neue Ziel war.
Nein, das hat nichts damit zu tun, das ich mich als „männliche Person“ überlegen fühle, sondern damit, das ich als Person mit Anfeindungen jeglicher Art keinerlei Probleme habe und ich mich durch fremde Menschen nicht verletzen lasse. Unabhängig von meinem Geschlecht, meiner sexuellen Präferenzen, Hautfarbe oder sonstigen, zufälligen, Eigenschaften.

Dieses Völkchen, diese laute Minderheit, ist es, die immer und immer wieder dafür sorgt, das viele kein Interesse mehr haben, sich mit feministisch geprägten Veröffentlichungen auseinanderzusetzen: Gebranntes Kind scheut das Feuer. Und damit ist niemandem geholfen – schon garnicht den Frauen, die immer noch durch gesellschaftlichen Zwang, egal welcher Form, unterdrückt werden.


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